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seit über 30 Jahren findet ein Buch immer wieder seinen Weg auf meinen Nachttisch – so auch in diesem Winter. Eine Geschichte über einen kleinen, blassen Bengel, der ein Buch stiehlt und damit auf eine große Reise geht: Die unendliche Geschichte. Wie oft bin ich im Laufe der Jahre mit Bastian, Atréju und Fuchur zum phantásischen Elfenbeinturm gereist!
Diese Woche führte mich die Reise außerdem zum YouTube-Kanal "CinePals", auf dem sehr junge Menschen zum ersten Mal alte Filmklassiker schauen und ihre frischen Meinungen dazu teilen. Darunter auch die Verfilmung meines geliebten Romans von 1984. Unter dem Video: eine Kommentarsektion voller junger Menschen, die wiederum die Reaktionen der YouTuber kommentieren.
Da wurde mir plötzlich klar: Wir sind mittlerweile sechs oder sieben Ebenen tief. Ich lese die Gedanken derer, die dabei zusahen, wie andere einen Film schauen, der auf einem Buch basiert, in dem man einem Jungen beim Lesen eines Buches zusieht, in dem das Abenteuer eines anderen Jungen erzählt wird – nur damit immer neue Kinder nach Phantásien kommen und diese Geschichte weitererzählen. Und Sie lesen nun, in diesem Newsletter, die Geschichte dieser Geschichte dieser Geschichte dieser Geschichte. Und wenn Sie jetzt noch jemandem davon erzählen … nun, dann wissen Sie, warum diese Geschichte unendlich ist.
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Das vielfach prämierte Musical "Next to Normal" ab sofort in Oldenburg |
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 | Foto: Staatstheater Oldenburg | Stephan Walzl |
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Elf Tony-Award-Nominierungen und einen Pulitzer-Preis gewann das Original, nun bringt das Oldenburgische Staatstheater den vielfach ausgezeichneten Broadway-Hit in den Norden. "Next to Normal" behandelt harte Themen: eine manisch-depressiv-bipolare Mutter, ihre Familie, ihre Ärzte und eine Gesellschaft, die sich unbeantwortbaren Fragen psychischer Gesundheit stellen muss. Aber eben nicht düster, sondern als Musical. Sie wissen ja: Wer zu emotional ist, um zu reden, singt. Und wer zu emotional ist, um zu singen, tanzt. Ab jetzt und noch bis zum 20. Juni im Staatstheater Oldenburg.
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Ein Abend für Roger Willemsen: Lesung mit Maria Schrader am 7. Februar |
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Zu Roger Willemsens "10 Regeln für Leserinnen und Leser" gehören Sätze wie: "Überlegen Sie sich gut, welches Buch es wert ist, Ihnen Gesellschaft zu leisten" oder "Lassen Sie sich ruhig überfordern". An diesem Abend liest die Schauspielerin Maria Schrader aus "Liegen Sie bequem? Vom Lesen und von Büchern". Insa Wilke, Herausgeberin und Nachlassverwalterin Willemsens, kommentiert. Denn Willemsen hatte zwei große Leidenschaften: Bücher – und Menschen. Maria Schrader liest am 7. Februar um 19 Uhr im Haus Kreienhoop in Nartum. |
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Verbinden statt Spalten: Lesung und Gespräch mit Gilda Sahebi in Bremerhaven |
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 | Foto: IMAGO | dts Nachrichtenagentur
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Die Journalistin Gilda Sahebi hat, wie ich finde, ein sehr wichtiges Buch geschrieben: "Verbinden statt spalten – Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung". Darin formuliert sie eine zentrale Beobachtung: "Je aktiver jemand im politisch-medialen Raum ist, desto polarisierter wirkt die Person. Diese Einzelnen werden als Repräsentanten für ganze Gruppen wahrgenommen – dabei sind wir Menschen viel komplexer." Es geht um die mediale Logik, alles in zwei Lager zu teilen: dafür oder dagegen, links oder rechts, woke oder konservativ. In Wahrheit ist kaum jemand von uns "nur" eines davon. Die Lauten und Extremen prägen das öffentliche Gespräch, während viele andere lieber schweigen, aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Wie man sich dieser Erzählung von Spaltung im eigenen Leben entzieht – darum geht es am 12. Februar im Forum der Arbeitnehmerkammer Bremerhaven.
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Nachdem der Titelsong der Verfilmung der Unendlichen Geschichte vor kurzem in der US-Hit-Serie "Stranger Things" einen prominenten Auftritt bekam, starteten die Erben von Michael Ende übrigens eine große Versteigerung der Filmrechte, die letztendlich für viel Geld an eine internationale Produktionsfirma ging, die das ganze jetzt als neuen Spielfilm-Dreiteiler aufziehen will. Ich weiß ja nicht, ob ich bereit bin für einen Bastian Balthasar Bux mit Smartphone und Tiktok-Account... Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.
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 | |  | Florian Bänsch Bremen-Zwei-Autor | | taucht stundenlang ab: in Bücher und Filme, in Wissenschaft und Entertainment, in Kassetten-Kisten, in Datenbanken. Da wühlt er dann. Nach überraschenden Geschichten, Kuriositäten, verlorenen Schätzen und neuen Blicken auf den Alltag. |
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 | Live-Gast: Sabine Adler31. Januar um 11 Uhr im Café Noon, Bremen |  | Konzert: Kaïa Kater3. Februar um 20 Uhr im Kito, Bremen |  | Konzert: Emma Rawicz und Gwilym Simcock14. Februar um 19:30 Uhr im Sendesaal, Bremen |
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